Schlüsseltechnologie im intelligenten Stromnetz
Zwei Entwicklungen werden zum Dreh- und Angelpunkt aller zukünftigen, nachhaltigen Energieszenarien: Der Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne, sowie die verstärkte Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung, die die – in der Stromerzeugung aus Brennstoffen entstehenden – Temperaturen in Nutzwärme zu Heizzwecken abführt. Wenn unsere Stromnetze diesen Anforderungen angepasst werden müssen, schlägt die Stunde für Smart Grids. Dabei kommt es auf zwei Dinge an: Auf die Abstimmung von fluktuierenden erneuerbaren Erzeugern mit den steuerbaren konventionellen Stromproduzenten sowie eine internetbasierte Kommunikationstechnologie, die der Struktur einer verteilten Erzeugung auch gerecht wird.
Smart Metering Systeme, also intelligente, vernetzte Zähler, die eine flexible Tarifierung gestatten, stellen eine geeignete Basis dar. Sie haben die Chance, Verbrauchern die nötige Transparenz zu verschaffen und dadurch finanzielle Anreize zur Energieeinsparung oder die zeitliche Steuerung des Energieverbrauchs zu geben. Derzeit gibt es keinen lukrativen Anreiz zur Verlagerung des Energieverbrauchs für den Endverbraucher... Den Bedarf regulatorischer Änderungen haben die europäischen Gesetzgeber erkannt und mit der EU-Energieeffizienz-Richtlinie und deren Umsetzung in nationales Recht von 2011 an die Einführung von transparenten und variablen Endkundentarifen vorgeschrieben.
Auf Energie-Erzeugerseite wird der strukturelle Wandel im Wesentlichen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) gewährleistet. Die Vorgaben sehen den Ausbau erneuerbarer Energien bis 2020 auf mindestens 30 Prozent vor und den von KWK-Anlagen auf 25 Prozent. Je höher der Anteil an diesen Anlagen wird, desto wichtiger wird die Anpassung der steuerbaren Erzeuger an die Nachfrage, und möglichst umgekehrt die Anpassung der Nachfrage an die Erzeugung. Hier kann ein Smart Metering System als Schlüsseltechnologie betrachtet werden, weil durch tarifliche Anreize auch eine indirekte Steuerung z.B. von KWK Anlagen ermöglicht wird.
Über Skalierungseffekte lassen sich Smart Metering-Systeme auch kostenseitig für Anbieter und Kunden interessant gestalten, wenn eine entsprechende Standardisierung den hersteller- und kommunikations- netzübergreifenden Einsatz erlaubt. Hier gibt es bereits eine Vielzahl von Initiativen, die eine kostengünstige Verfügbarkeit erwarten lassen. In welchem Umfang die Endkunden die zukünftigen Möglichkeiten ausschöpfen, eigene Energie zu erzeugen oder ihre Energiekonsum zu reduzieren, bleibt in erster Linie eine Frage der regulatorischen Rahmenbedingungen. Sicher ist: Ein modernes Zählersystem mit flexiblen Tarifoptionen, bietet eine große Chance, Energie effizienter einzusetzen und die dezentrale Erzeugung im „Smart Grid“ optimal abzustimmen.